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Aktuelles

Die Monatsversammlung im Gasthaus Marktplatz findet normalerweise am dritten Donnerstag im Monat um 19:30 Uhr statt.

Die nächsten Termine sind:
16. November
18. Januar


Die Weihnachtsfeier ist am Samstag, den 16. Dezember.







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Wärme-Insel–Effekt in Städten

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates,

der aktuelle Sommer mit seinen großen Hitzeperioden zeigt, dass der Klimawandel auch in Deutschlands Städten und Gemeinden angekommen ist – mit all seinen aktuell zu beobachtenden Auswirkungen, wie zum Beispiel dem Wärme-Insel – Effekt.

Ausgelöst durch eine (auch in Forchheim) zu beobachtende Intensivierung der innerstädtisch verdichteten Bebauung (Nachverdichtung/Beengung der Frischluftkorridore) und die zunehmende Versiegelung von Flächen entstehen gerade in den Kernzonen der Städte Wärmeinseln, die wie Wärmespeicher wirken und ein Abkühlen in der Nacht verhindern. Die daraus entstehenden Belastungen für den menschlichen Organismus sind hinreichend bekannt und gerade auch im Hinblick auf das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung sehr ernst zu nehmen.

In diesem Zusammenhang ist es laut Expertenmeinung wichtig, die vorhandenen Grünflächen vor allem im Sommer ausreichend zu bewässern, denn dadurch wird sichergestellt, dass der pflanzentypische Verdunstungs-Kälteeffekt aufrecht erhalten werden kann und Abkühlzonen nicht verloren gehen. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leisten auch die vielen privaten Gartenbesitzer, so dass mehr denn je die sachliche Abwägung zwischen einem Gießverbot infolge hitzebedingt sinkender (jedoch meist noch ausreichender) Frisch- bzw. Trinkwasserressourcen und der einer Klimaregulierung dienenden Bewässerung erforderlich ist. Für die Bewässerung städtischer und privater Vegetationsflächen sollte jedoch vorrangig Brauchwasser bzw. oberflächig gewonnenes Wasser und nicht wertvolles Trinkwasser genutzt werden.

Generell spielen Vegetationsflächen eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung des Stadtklimas, sie sind aber auch als Freizeit- und Naherholungsflächen von entscheidender Bedeutung für die Wohn- und Lebensqualität. Diese Aspekte dürfen unter Verweis auf zurückliegende  und oft kontrovers geführte Diskussionen im Stadtrat bei der künftigen Entscheidung über nachverdichtende Maßnahmen im Bestand der Wohnbebauung nicht vernachlässigt werden.

In der Stadt Forchheim existiert bereits ein Programm zur Förderung von Entsiegelungsmaßnahmen auf Privatgrundstücken. Förderfähig mit 25 % der Kosten (max. jedoch mit 1.000,- € pro Maßnahme) ist die Entsiegelung von Beton, Asphalt oder Betonplattenflächen auf Privatgrund (Gartenwege, Vorgärten, Hofflächen etc.) mit einer Mindestfläche von 10 qm.

In welchem Umfang dieses Programm angenommen wird, entzieht sich unserer Kenntnis. Im Kontext hierzu stellen wir  jedoch fest, dass außer einem Hinweis im Stadtanzeiger Nr. 6/15 nahezu keine Werbung hierfür betrieben wird. Auf der Homepage der Stadt finden sich lediglich einige wenige Hinweise auf andere Förderprogramme und selbst diese sind oft nur in archivierten Stadtanzeiger-Ausgaben versteckt  (https://www.google.de/search?q=förderprogramm+site:forchheim.de).
(Anm.: Weshalb gibt es keine zentrale Rubrik "Förderprogramme" auf der Homepage der Stadt Forchheim, dann auch mit Verweis auf das Entsiegelungsprogramm?)

Dass in Zukunft vermehrt mit Hitzewellen und Tropennächten zu rechnen sein wird, zeigt auch eine aktuelle Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (http://www.agrarrelevante-extremwetterlagen.de). Demnach droht in den nächsten Jahrzehnten eine signifikante Zunahme von Hitzeperioden.

Die Studie macht deutlich, dass Maßnahmen zur Regulierung des Stadtklimas immer wichtiger werden. Deshalb gilt es, auch in unserer eigenen  Stadtplanung künftig verstärkt auf die Effekte von gesundem Grün, Entsiegelungsmaßnahmen (gefährdetes Gut „Boden“), des Erhalts innerstädtischer Vegetationszonen und Frischluftkorridore sowie der Reduzierung des Flächenverbrauches zu setzen.

Unter Bezugnahme auf diese Ausführungen stellt die Fraktion der Freien Wähler nachfolgenden Antrag zur Beschlussfassung im Stadtrat:

Der Stadtrat möge beschließen

  1. Das Referat Bau- und Grünbetrieb wird beauftragt, aufzuzeigen, welche öffentlichen Grünflächen (einzelne Bäume ausgenommen) regelmäßig bewässert werden und wie (häufig) die Bewässerung während der Hitzeperioden erfolgt.
  2. Das Referat Bau- und Grünbetrieb wird beauftragt, aufzuzeigen, aus welchen „Quellen“  die Wasserentnahme zur Bewässerung öffentlicher Grünflächen grundsätzlich erfolgt und ob bzw. wie umfangreich die Möglichkeiten zur Gewinnung/Speicherung von oberflächig abfließendem Regenwasser (Auffangen in Behältnissen etc.) bzw. Brauchwasser genutzt werden.
  3. Das Stadtbauamt – explizit die SG Stadt- und Verkehrsplanung und Bauordnungsamt,  werden beauftragt, darzustellen, ob und falls ja welche Überlegungen im Hinblick auf das Phänomen „urbane Wärmeinseln“ angestellt werden, welche Maßnahmen stadtplanerischer Art (Stadt- und Verkehrsplanung) bislang ergriffen wurden, welche denkbar wären bzw. initiiert werden sollten, um in Anbetracht der prognostizierten Häufung von Hitzeperioden einer Aufheizung hochverdichteter Wohngebiete entgegen zu treten.
  4. Die Verwaltung wird beauftragt, aufzuzeigen, in welchem Umfang das Programm zur Förderung von Entsiegelungsmaßnahmen auf Privatgrundstücken bisher in Anspruch genommen wurde.
  5. Die Verwaltung wird beauftragt, auf der Homepage der Stadt Forchheim generell die Rubrik „Förderprogramme“ explizit herauszustellen und den Hinweis auf das Programm zur Förderung der Bodenentsiegelung mit aufzunehmen.
  6. Die Stadtwerke Forchheim und der Zweckverband Leithenberg – Gruppe Kersbach  werden ersucht, den gesamten Stadtrat in geeigneter Weise über die tatsächlichen Trinkwasserressourcen (Kapazitäten vs. Verbrauch) während des Jahrhundertsommers 2015 sowie die ggf. aktuell ergriffenen wie auch künftig geplanten Maßnahmen zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung zu informieren.

Die Fraktion der Freien Wähler ist sich sicher, dass sowohl die Verwaltung als auch die Fraktionen und Gruppierungen  im Stadtrat Forchheim die Notwendigkeit einer seriösen Beschäftigung mit dem Phänomen „urbane Wärmeinseln“ erkennen. Wir erbitten deshalb die Unterstützung und Zustimmung im Sinne unseres Antrages.

Mit freundlichen Grüßen

Gez.

Manfred Hümmer

Fraktionssprecher