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Juni 2011

Antrag Zertifizierung “Fairtrade-Stadt”

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates,

ein „Fair-Trade-Siegel“ bzw. „Fairer-Handel-Siegel“ kennzeichnet Güter, die aus Fairem Handel stammen, bei deren Herstellung und Vertrieb also bestimmte soziale und teilweise auch ökologische Kriterien eingehalten wurden. Vergeben werden solche Siegel von nationalen Organisationen, so genannten Siegelinitiativen, die im internationalen Dachverband „Fairtrade Labelling Organizations international“(FLO) zusammengeschlossen sind. Die Vergabe des Fairtrade-Logos ist an eine Reihe von Kriterien geknüpft, die von der FLO in Bonn entwickelt und festgelegt werden. Unter anderem zählen dazu der direkte Handel mit den Produzenten ohne Zwischenhändler, langfristige Lieferbeziehungen, ökologische Standards und insbesondere die Zahlung eines garantierten Mindestpreises, der die Lebenserhaltungs- und Produktionskosten der Produzenten in Drittländern decken soll. Über eine Sozialprämie, die so genannte „Fairtrade-Prämie“, werden zudem ökonomische und soziale Entwicklungspotentiale ermöglicht.

Seit Januar 2009 können sich nun auch Kommunen in Deutschland um den Titel „Fairtrade-Stadt“ bewerben. Rund 40 zertifizierte Städte gibt es mittlerweile in Deutschland, darunter auch bayerische Gemeinden wie Neumarkt i.d.Opf. und Nürnberg. Viele weitere Kommunen stehen bereits in den Startlöchern.

Der Deutsche Städtetag unterstützt ebenso wie der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) ausdrücklich die Kampagne „Fairtrade Towns“. Beide empfehlen ihren Mitgliedern, sich mit den weltweit 560 Fairtrade-Towns zu verbinden und gemeinsam für bessere Lebensbedingungen der Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika einzutreten.

Dass Städte und Gemeinden einen maßgeblichen Teil dazu beitragen können, zeigen alleine die Zahlen: rund 60 Prozent aller öffentlichen Aufträge werden von den Kommunen vergeben, zwölf Prozent des gesamten deutschen Bruttoinlandproduktes werden von der öffentlichen Hand umgesetzt.

Zur Erlangung des Titels „Fair-Trade-Stadt“ sind verschiedene Kriterien zu erfüllen. Aus diesen formuliert sich nachfolgend unser dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegte Antrag.

 

Antrag:
Der Stadtrat Forchheim möge beschließen:

1.         Erlangung des Titels „Fairtrade-Stadt“ wird angestrebt

„Die Stadt Forchheim unterstützt die Kampagne „Fairtrade Towns“ und tritt dadurch für bessere Lebensbedingungen in der dritten Welt ein. Durch die erklärte Absicht, den Titel „Fairtrade-Stadt“ zu erlangen, will sie ein sichtbares Zeichen für ihre zukunftsorientierte, weltoffene und von sozialer Verantwortung geprägte Ausrichtung setzen“.

2.         Einführung von Fairtrade Produkten im Rathaus

„Bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Rates sowie zumindest innerhalb von Teilbereichen der Verwaltung wird Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel (z.B. Fairtrade-Tee) verwendet werden“.

3.         Bildung einer Steuerungsgruppe

Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zur „Fairtrade- Stadt“ die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Sie soll sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadt, der Vereine, Verbände, Kirchen, der Geschäftswelt und der Kommunalpolitik zusammensetzen“.

Ergänzende Erläuterungen zum Antrag:

Weitere, dann allerdings von der Steuerungsgruppe umzusetzende Kriterien auf dem Wege zur Zertifizierung sind:

a)        Einführung von Fairtrade-Produkten im Einzelhandel

In lokalen Einzelhandelsgeschäften werden gesiegelte Produkte aus Fairem Handel angeboten, in Cafes und Restaurants entsprechende Produkte ausgeschenkt. Die Anzahl richtet sich nach der Größe der Stadt. Am Beispiel der Stadt Neumarkt i.d.Opf. (40.000 EW) verdeutlicht: Erforderlich waren mindestens 8 Geschäfte und 4 Cafes/Restaurants. Aktuell bieten dort aber bereits 15 Geschäfte und 9 Cafes/Restaurants Fairtrade-Produkte an.

b)        Fairtrade in Bildungseinrichtungen

In öffentlichen Einrichtungen wie z.B. Schulen, Vereinen und Kirchen  werden Fairtrade-Produkte verwendet und Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt. In Neumarkt i.d.Opf. werden beispielsweise an 6 Schulen, 2 Kirchengemeinden und 2 Vereinen entsprechende Produkte angeboten und gleichzeitig Bildungsaktivitäten durchgeführt.

c)        Öffentlichkeitsarbeit

Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zur Fairtrade-           Stadt.

Es erscheint mindestens ein Artikel pro Quartal in der örtlichen Presse.

Abschließend sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der offiziell verliehene Titel „Fairtrade-Stadt“ neben dem dahinter stehenden humanitären Aspekt natürlich einen entsprechenden Werbeeffekt für die Kommune und auch für die an der Kampagne beteiligten Geschäfte, öffentlichen Einrichtungen und sonstigen Institutionen in sich birgt. Wir bitten deshalb alle Kolleginnen und Kollegen des Stadtrates um wohlwollende Unterstützung unseres Antrages.

Mit kollegialen Grüßen

gez. Manfred Hümmer
Fraktionsvorsitzender