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Die Freien Wähler setzen auf eine Kultur der Anerkennung
03.11.2011 - FT
Forchheim In einer Befragung haben 2000 Forchheimer ihre Stadt als "wenig fortschrittlich" eingeschätzt und sich auch sonst wenig zufrieden geäußert. Daher hat der Stadtrat (gemeinsam mit dem Bauamt) eine Leitbild-Diskussion initiiert. Bislang geben vier Schlagworte nur eine grobe Vorstellung vom Leitbild:
Mehr Wachstum soll angestrebt, die "Scharnierfunktion" Forchheims herausgestellt, die bestehenden Angebote sollen optimiert werden (zum Beispiel durch die Vernetzung von Einrichtungen und Vereinen) . Und viertens: Qualitatives und bewusstes Handeln soll betont werden nach dem Motto: "Statt Masse die Qualität entwickeln". Manfred Hümmer, der FW-Fraktionschef im Stadtrat, formuliert folgende "Vision 2050" für seine Partei:
"Die Bevölkerungszahl hat sich dank gezielter Familienpolitik stabilisiert. In allen Stadtteilen gibt es Schulen, Familienbaulandmodelle sowie Kultur- und Bildungsangebote auch für Jugendliche, Behinderte und Senioren.
Die Arbeitslosenquote liegt durch Förderung der Branchenschwerpunkte, des Handwerks und Einzelhandels unter obberfränkischem Niveau. Die Ansiedlung von Gewerbe steht im Einklang mit Umweltaspekten und Bürgerakzeptanz.
Dank der Beteiligungsmöglichkeit an Planungs- und Entscheidungsprozessen (etwa durch einen Bürgerhaushalt) identifizieren sich Bürger und Wirtschaft mit ihrer Stadt und helfen der Politik und der Verwaltung als Qualitätsberater.
Der Individualverkehr wurde in geordnete Bahnen gelenkt und minimiert, ÖPNV und Radwegenetz sind ausgebaut. Ein intelligentes Park & Ride-System, moderne Verkehrslenkung und umweltschonende Energietechniken (etwa Straßenbeleuchtung) tragen zum lokalen Klimaschutz bei.
Bürger-Engagement wird gefördert (etwa durch Vergünstigungen) und spiegelt sich wieder in Bürgerstiftungen, Ehrenämtern, sozialen Netzwerken und Einbindung in politische Prozesse. Menschen mit Behinderung sind ohne Vorbehalte in die Gesellschaft inkludiert, Entscheidungen orientieren sich am Aspekt der Barrierefreiheit. Menschen mit und ohne Migrationshintergrund finden dank gezielter Integrationspolitik auf Augenhöhe in Toleranz und Achtung zueinander. Die Verwaltung ist moderner Dienstleister. Dies drückt sich aus in bürgerfreundlichen Öffnungszeiten, unbürokratischem Geschäftsgebaren oder dem Ausbau von Onlinediensten bis hin zur aufsuchenden Verwaltung im Bedarfsfall. Der Haushalt steht dank bedarfsorientierter Planung und nachhaltiger Konsolidierung auf gesunden Beinen und wird zumindest in Teilbereichen (freiwillige Leistungen) vom Bürger mitgestaltet (Bürgerhaushalt). Anerkennungskultur, Toleranz, Leistungsbereitschaft und soziales Denken stehen an oberster Stelle einer Wertegesellschaft, die sich in 2050 über ein stark ausgeprägtes Wir sind Forchheim Lebensgefühl definiert."
