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Kriminaler setzt auf Sozialpolitik
22.11.2010 - Fränkischer Tag
Forchheim "Jugendgewalt" war das Thema eines Vortragsabends, den der Kreisverband der Freien Wähler Forchheim veranstaltete. Kreisvorsitzender Peter Dorscht begrüßte als Referenten den Polizeihauptkommissar und FW-Stadtrat Manfred Hümmer. Er beleuchtete die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Jugendgewalt wie beispielsweise Raub, Nötigung, Freiheitsberaubung und die unterschiedlichen Arten der Körperverletzungsdelikte.
Hauptfaktor Familie Auch beleuchtete Hümmer deren Entwicklung anhand des "Mehrjahresvergleiches der Polizeikriminalstatistik". Er ging bei der Ursachenforschung auf aktuelle Forschungsergebnisse aus den Bereichen Kriminalwissenschaften, Soziologie, Medien und Medizin ein. "Einen wesentlichen Einfluss auf die gesellschaftskompatible Entwicklung eines Kindes" habe das familiäre Umfeld.
Die Art der Konfliktlösung im Elternhaus, das Rollenverständnis Mann/Frau aber auch Bildungsgrad, Sprachkenntnisse, eine konsequente oder inkonsistente Erziehung und die emotionale Tiefe der Eltern-Kind-Bindung seien von entscheidender Bedeutung.
Abschließend betonte Hümmer, dass "eine gute Sozialpolitik immer noch die beste Kriminalpolitik" sei und Jugendgewalt entgegen der landläufigen Meinung ihre Ursachen weniger in der ethnischen Herkunft habe; vielmehr von sozialen, familiären und bildungspolitischen Faktoren abhänge.
In der sich anschließenden, kontrovers geführten Diskussion, wurde auch Kritik am bayerischen Schulsystem und an der defizitären Integrationspolitik laut. ft
