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Jugendschutz das ganze Jahr
15.11.2010 - NN
Freie Wähler wollen ein ständiges Gremium einrichten
Unternimmt die Stadt genug für den Jugendschutz? Die Freien Wähler sind nicht der Meinung. Bislang konzentriere man sich zu sehr auf den Alkoholmissbrauch am Annafest. Ein neu zu gründendes Gremium soll Abhilfe schaffen.
FORCHHEIM — Vertreter der Polizei, des Jugendamts, der Vereine, Schulen, Gewerbetreibenden und Veranstalter sollen sich regelmäßig mit der Stadt an einen Tisch setzen und über die Situation der Jugendlichen in Forchheim diskutieren, erklärte FW-Fraktionssprecher ManfredHümmer im Haupt-, Personal- und Kulturausschuss des Stadtrates den Antrag seiner Fraktion. Dabei gehe es nicht nur um Alkoholmissbrauch, sondern auch um grundsätzliche Fragen. Beispielsweise, ob Jugendliche in der Stadt genügend Rückzugsräume haben. Man dürfe nicht immer nur nach der Zuständigkeit fragen und auf Jugendamt und Jugendhilfeausschuss des Landkreises verweisen.
Jugendpfleger wird vermisst
Genau darin aber sah Karl-Heinz Fleckenstein (CSU) die Schwierigkeit. Er habe Verständnis für den Vorschlag, auch habe er selbst bereits vor Jahren ähnliche Ideen gehabt. „Aber ich habe gemerkt, es nützt nichts, eine Struktur aufzubauen, die rechtlich keinerlei Durchschlagskraft hat. Einen Debattierclub brauchen wir nicht.“ Mehr Gefallen an dem FW-Vorstoß fanden die Forchheimer Grünen und die SPD. Lisa Hoffmann (SPD) nutzte die Gelegenheit erneut darauf aufmerksam zu machen, dass grundsätzlich der städtische Jugendpfleger die Aufgabe hätte hier zu koordinieren und informieren. „Doch da hört man schon lange nichts mehr.“ Und Annette Prechtel (FGL) mahnte, dass der Runde Tisch Annafest möglichst bald wieder tagen sollte. Beide waren der Meinung, der Stadtrat müsse häufiger und besser über die Jugendarbeit informiert werden.
Oberbürgermeister Franz Stumpf formulierte die gleiche Erkenntnis so: „Ich glaub’, Sie haben keine Ahnung, was bei uns gemacht wird.“ Das Ordnungsamt belege Veranstaltungen mit hohen Auflagen. Gleichzeitig sei die Zahl der Sozialpädagogen für die Jugendarbeit in den vergangenen sechs Jahren auf sechs Personen angestiegen.
Es werde tolle Arbeit geleistet, betonte Stumpf: „Offene Jugendarbeit Forchheim Nord, Jugendhaus, Jugendtreff Reuth, Mosom. Da läuft einiges.“ Sein Vorschlag deshalb: Ordnungsamt, der Jugendbeauftragte des Stadtrats Stefan Zocher und der städtische Jugendpfleger Josef Lypp sollen über ihre Tätigkeiten berichten. Damit waren die Freien Wähler einverstanden. BEKE MAISCH
