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In zwei Minuten zur Kultur
04.12.2010 - NN
Treppenlifter im Jungen Theater läuft problemlos — Noch zu unbekannt
Am gestrigen „Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung“ einen Treppenlifter vorzustellen, ist keine schlechte Idee. Freilich sind die Leute vom Jungen Theater Forchheim auch vom Bühnenfach. Und so wurde am Freitag eine Neuerung präsen-tiert, die nicht mehr ganz neu, aber zu unbekannt ist.
FORCHHEIM — „Es ist noch zu unbekannt“, meint Monika Reintges, selbst Behinderte. Beim Pressegespräch schwärmte sie von der Investition in Höhe von 15000 Euro, die dank der Stadt, der Sparkasse und privater Spender möglich war. „Früher wollte ich immer zu den Puppentheaterwochen, jetzt war ich drei Mal da.“ Wie Simone Schülein, stellvertretende Vorsitzende des Theaters sagte, habe die Kultureinrichtung „keinen Cent“ dazu zahlen müssen. Auf Initiative der Freien Wähler mit Landtagsabgeordnetem Thorsten Glauber an der Spitze war der Treppenlifter vor einem Jahr gekauft worden. Man habe „Erfahrungen mit ihm gesammelt“, Mitarbeiter wurden eingewiesen in die Bedienung. Passend zum Tag wollte man den Lifter nun endlich vorstellen.
Auch für Rollatoren
Wie Schülein bestätigte, wüssten zu wenige Behinderte, dass sie nun ganz einfach Veranstaltungen im Jungen Theater in der Kasernstraße besuchen können. Zwei Minuten dauert die „Fahrt“ zur Kultur. Auch mit dem Rollator und dem Kinderwagen kann der Lifter benutzt werden.
Rollstuhlfahrer Rainer Böhm bedankte sich sichtlich bewegt für den Einsatz: „Man hat für Behinderte etwas Tolles geschafft.“ Heruntergetragen-Werden sei sowohl für Behinderte als auch für Träger „unschön“. Silke Vahle, Behindertenbeauftragte des Landkreises, lobte die Initiative: „Es ist ein erster Schritt, die UN-Konvention umzusetzen, die 2009 in Kraft getreten ist.“ Diese legt fest, dass Menschen mit Behinderung gleiche Chancen wie Nicht-Behinderte haben müssen.
2. Bürgermeister Franz Streit versicherte, dass „die Stadt tut, was sie tun kann“. In manchen Fällen sei dies nicht leicht. So wird sich demnächst erneut ein Spezialist das Rathaus ansehen. Hier wird seit langem ein Treppenlifter oder Aufzug gefordert.
Thorsten Glauber erwähnte das Negativ-Beispiel Bahnhof. Hier sei ein Treppenlifter wie im Jungen Theater seiner Ansicht nach problemlos möglich. Aber: „Das Eisenbahn-Bundesamt treibt uns zum Wahnsinn.“ GEORG KÖRFGEN

