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Dreijahres-Plan für Energieziele
10.03.2010 - FT
Klimaschutz - Die Freien Wähler wollen noch heuer eine -Studie in Auftrag geben. Stadtrat Manfred Hümmer wünscht sich für Forchheim ähnlich ehrgeizige Energieziele wie sie der Landkreis festgelegt hat.
Forchheim Ein Bauherr möchte in Kersbach ein Null-Energie-Haus hinstellen, doch seine Pläne scheitern an zwei Grad. Um die Sonne optimal nutzen zu können, hätte der Bauherr sein Haus um zwei Grad drehen müssen, doch der Bebauungsplan in der Pfandlohe erlaubte die Drehung nicht.
Für Manfred Hümmer ein typisches Beispiel, wie eine Kommune Chancen zur -Reduzierung ungenutzt lässt. Mit den Freien Wähler will Hümmer nun das Klimaschutzkonzept, das vom gesamten Stadtrat getragen wird, möglichst schnell "verbindlich" werden lassen. Wie der Landkreis Forchheim, soll auch Forchheim "ehrgeizige Energieziele" definieren.
Umsetzung ab 2012 Daher fordern die Freien Wähler, den "Status quo des -Ausstoßes" noch heuer zu bilanzieren und "eine -Studie in Auftrag zu geben". Manfred Hümmer verweist auf das Vorbild Herzogenaurach: Erst eine -Studie ermögliche eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung; die fordern die Freien Wähler für 2011. Und der dritte Schritt soll ab 2012 folgen: Umsetzung der festgelegten Ziele. In Bamberg sei es dem Stadtrat im Schulterschluss mit den Stadtwerken gelungen, nicht nur auf regenerative Energie zu setzen, sondern auch das Ziel festzuschreiben, 70 Prozent dieser Energie selbst zu produzieren.
Alfons Stadler weist allerdings auch auf die Tücken einer -Bilanzierung hin. In Herzogenaurach, wo der Umweltreferent mittlerweile seit 18 Jahren im Amt ist, wurde die Bilanz 1996 erstellt. "Das ist ein großer Akt", sagt Stadler. "Nicht nur wegen der Kosten, sondern weil es da viele Herangehensweisen gibt." Beim Verkehrsaufkommen "ist es am schwierigsten", sagt der Umweltreferent.
Sinnvoll sei so eine Studie nur, wenn sie am Ende eine Vergleichbarkeit mit anderen Kommunen zulasse. Daher müsse auch die Bewertung an den Kriterien anderer Kommunen orientiert werden. "Und vor allem muss so eine -Bilanz im Abstand von einigen Jahren wiederholt werden, um Schlüsse daraus zu ziehen", betont Alfons Stadler. In Herzogenaurach zum Beispiel gebe es bislang, obwohl wiederholt geplant, "noch keine Fortschreibung der Bilanz".
Um lokale Energiesparziele zu verwirklichen, hat Manfred Hümmer dem FW-Antrag eine Liste von Vorschlägen beigefügt, für die im Etat- und Finanzplan 2010 schon mal Mittel vorgesehen werden sollten.
Neubaugebiete könnten als Passivhaussiedlungen realisiert werden; "kontraproduktive Bauvorgaben" (siehe das Beispiel Kersbach) dürfte es nicht mehr geben; neue städtische Fahrzeuge und Maschinen könnten künftig auf der Basis von Elektro- und Hybridtechnik ausgestattet werden. Auch fordert Hümmer Bürgersolaranlagen auf den Dächern städtischer Gebäude – und er pocht auf den "von der FGL längst geforderten Klimaschutzbeauftragten".
Prosaische Leitbilder Jemanden für den Klimaschutz zu beauftragen, sei energiepolitisch in jedem Fall ein Gewinn für eine Kommune, so die Erfahrung des Herzogenaurachers Alfons Stadler. Schon deshalb, weil der Beauftragte als Ansprechpartner von Umweltschützern und Agenda-Arbeitsgruppen das vorhandene Engagement "bündelt und vorantreibt".
Sowohl im ÖPNV, beim Radwegebau als auch beim Gebäudemanagement habe sich daher in Herzogenaurach sehr viel getan. Rund 2000 Quadratmeter Voltaikanlagen entstanden auf den Dächern der Stadt. Doch "quantitativ formulierte Energieziele" gebe es in der Stadt nicht, sagt der Umweltreferent, "es sind eher prosaische Leitbilder." (EKKehard Roepert)
