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Freie Wähler unterstellen andere Motive
16.11.2009 - FT
Forchheim Auf Kritik stößt bei den Freien Wählern Forchheim die Behauptung der CSU, die "Opposition" würde mit ihrer Blockadehaltung jegliche Stadtentwicklung verhindern.
"Schönfelder & Co. geht es nicht primär um junge Familien, sondern in erster Linie darum, gewisse Privilegien, die Forchheim als Große Kreisstadt genieße, zu sichern", argumentieren die Freien Wähler in einer Pressemitteilung. Die seitens der CSU geforderte Hanglagenbebauung sei wegen der schwierigen Erschließung extrem teuer und käme schon alleine deshalb für junge Familien oft nicht in Frage, so die FW in ihrer Pressemitteilung weiter. Anstatt nun, wie gefordert, "jeden Hang und auch noch die letzte grüne Wiese zu bebauen", sei Augenmaß von Nöten. Zuerst müsse mit Blick in die Zukunft und unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung geprüft werden ob – und wenn ja, wo – eine Baulandausweisung erforderlich sei. Zweifelsfrei bestehe größerer Bedarf an sozialem Wohnungsbau, denn immer weniger Menschen könnten sich Wohneigentum leisten, so die Freien Wähler weiter. Darüber hinaus bedinge der steigende Altersdurchschnitt der Bevölkerung und die damit einhergehende Suche nach altersgerechtem Wohnraum, dass künftig vermehrt gebrauchte Einfamilien- und Reihenhäuser, die diesem Profil nicht entsprechen, auf dem Immobilienmarkt gerade auch jungen Familien angeboten werden könnten.
Grundsätzlich gehe der Trend zu kompakter Wohnbauweise bei kleinen und daher erschwinglichen Grundstücken, weshalb bereits 2008 durch den Stadtrat die Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs für "Junges Wohnen 2010" am Gelände des Hallenbads und der Stadtgärtnerei einvernehmlich beschlossen worden sei. Auch bei der geplanten Bebauung in den Gebieten Dorfäcker und Linsengraben in Burk hätten die Freien Wähler ihre grundsätzliche Zustimmung erteilt, schon deshalb greife der Vorwurf einer Blockadehaltung nicht.
Generell sei aber zu beachten, betonen die Freien Wähler, dass die Wohn- und Lebensqualität durch unbebaute Erholungsgebiete, grüne Lungen und naturnahe Flächen positiv beeinflusst werde. Deshalb sie die "undifferenzierte Rasenmähermethode der CSU kontraproduktiv und verfehlt", so Fraktionssprecher Hümmer.
