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Freie Wähler räumen Forchheim auf
07.05.2009 - FT
Müll-Sammelaktion - Am Samstag, 16. Mai, organisiert die Gruppierung mit breiter Unterstützung einen "Frühjahrsputz" im Stadtpark, auf Spielplätzen und Fußgängerwegen. Ziel ist es, das Bewusstsein für eine sauberere Stadt zu wecken.
(Michael Schulbert, Forchheim) Einwegspritzen auf dem Bolzplatz, Wodkaflaschen im Stadtweiher, Kippen im Kopfsteinpflaster oder Hundehaufen, die den Weg nur im Slalomkurs begehbar machen – was Martin Bischof in eindreiviertel Stunden Fußmarsch durch die Innenstadt mit seiner Digitalkamera festgehalten hat, spottet jeder Beschreibung.
Eigentlich hatte er in der Zeit, in der in der nahen Kfz-Werkstatt die Sommerreifen auf seinen Wagen aufgezogen wurden, die Schönheiten der Stadt fotografieren wollen. "Aber was mir ins Auge stach, war Müll an allen Ecken und Enden", schnauft der stellvertretende Vorsitzende der Freien Wähler. Auch FW-Vorsitzender Manfred Hümmer musste sich kürzlich von einem Touristen anhören, Forchheim werde "immer schmutziger".
Helfer sind willkommen Nun will die Gruppierung über das Thema nicht länger nur reden, sondern handeln. Eine breit angelegte Müll-Sammelaktion am Samstag, 16. Mai, soll der Auftakt dafür sein, mit dem Problem endlich "aufzuräumen". Die russlanddeutsche Landsmannschaft und die türkische Gemeinde hätten ihr Mitwirken ebenso zugesagt wie die Forchheimer Grüne Liste und Aktive des "Quartiers Bamberger Straße".
Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen, um 9 Uhr zum Treffpunkt Stadtgärtnerei (Eingang Sattlertorstraße) zu kommen. Die Sammlung, die sich vom Forchheimer Norden über die Hornschuchallee bis zur Klosterstraße erstrecken wird, soll etwa vier Stunden dauern. Transportfahrzeuge, Behälter und Greifzangen werden vom Amt für öffentliches Grün bereit gestellt. Weitere Informationen erteilt Manfred Hümmer unter den Telefonnummern 09191/5020 oder 09191/2678.
Die Stadt als "Wohnzimmer" Der FW-Vorsitzende möchte dafür sorgen, dass die Bürger ihre Stadt künftig als ihr "Wohnzimmer" betrachten und die entsprechende Sorgfalt dafür wahren. Er sieht die Aktion nur als Beitrag für den europäischen Wettbewerb "Entente Florale – eine Stadt blüht auf", sondern möchte daraus einen Dauerbrenner machen – quasi ein besonderes Bündnis für mehr Sauberkeit.
Bußgelder für die Verschmutzer Weitere Schritte könnten eine Plakataktion unter Schülerbeteiligung, das Aufstellen von Hundekotsammelbehältern (einen würden die Freien Wähler spendieren) und die Bereitstellung von so genannten "Taschenaschenbechern" sein. Hümmer ist auch der Meinung, dass der Kommunale Parküberwachungsdienst künftig auch Verstöße gegen die Sauberkeit ahnden sollte:
"Die Stadtverordnung über die Reinhaltung von öffentlichen Park aus dem Jahr 1999 gibt uns die Möglichkeit, Hundehalter, die den Kot ihrer Vierbeiner nicht wegräumen, mit einem Bußgeld zu bewehren. Nur wird diese Vorgabe leider nicht umgesetzt", bedauert Hümmer.
Denn er weiß, dass die Vermüllung nicht nur eklig ist und die Gesundheit gefährdet, sondern auch Geld kostet. Die Gerätehütte des Vereins Bastionsgärten sei in fünf Jahren fünfmal mit Graffitis beschmiert worden. Hümmer: "Die Anschaffung des Schuppens kostete damals 1800 Euro. Für die Reinigung haben wir inzwischen 6000 Euro ausgegeben."

