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Forchheims Vermüllung stinkt dem Stadtrat gewaltig

19.06.2009 - FT

Müll - Eine geschlagene Stunde diskutierte der Haupt-, Personal- und Kulturausschuss über Papierkörbe, Kehrzeiten, Hundspielwiesen und Sammelaktionen. Sogar Oberbürgermeister Franz Stumpf gab zu: "Es sieht bös' aus!"

Forchheim In Zukunft werden die Mitarbeiter des Bauhofs öffentliche Flächen, Plätze und Wege eher am Samstagnachmittag (statt am Morgen) sowie Sonntagfrüh reinigen. Außerdem kann die Truppe auf zusätzliche saisonale Kräfte zurückgreifen.
Dies genehmigte der Haupt-, Personal- und Kulturausschuss als Sofortmaßnahmen. Gleichzeitig soll die Verwaltung bis September ein Gesamtkonzept vorlegen, wie man der Vermüllung Herr werden kann. Die Freien Wähler hatten mit ihrer groß angelegten Sammelaktion vor einigen Wochen unter dem Motto "Forchheim putzmunter" das Thema forciert.
Zunächst hatte Referatsleiter Walter Mirschberger gemeinsam mit den Amtsleitern Herbert Fuchs (Gartenbauamt) und Klaus Bartosch (Bauhof) die beiden Säulen vorgestellt, auf denen die öffentliche Müllbeseitigung ruht. Demnach fallen für das Gartenbauamt jährlich in den Grünanlagen 42 000, in Straßen und auf Parkplätzen 80 000 Kilo Abfall und in den Friedhöfen 420 000 Kilo kompostierbarer Abfall an. Der Bauhof fördert mit vier Kehrmaschinenfahrern und zwei Handreinigern jährlich ca. eine Million Kilo Müll zu Tage. Insgesamt schlagen die Reinigungskosten mit ca. 646 000 Euro zu Buche, davon 77 000 Euro Deponiekosten. Zwei Drittel des Gesamtvolumens werden auf die Bürger umgelegt, ein Drittel tragen Stadt und Veranstalter. Breiten Raum in der Diskussion nahm einmal mehr die Verschmutzung der Plätze und Wege durch Hundekot ein. "Das ist unser tägliches Brot", scherzte Fuchs. Noch einmal kam die im letzten Jahr zurückgestellte Neuanlage einer Hundespielwiese im Stadtparkgraben (gegenüber der Bäckerei Scharold) aufs Tapet. Vorteil: Man müsste das Gelände nicht eigens einzäunen, sondern käme mit zwei Toren als Absperrung aus. Stadtrat Heinz Endres (FBF) plädierte für mehrere dezentrale Plätze. Thomas Werner (CSU) führte ins Feld, man benötige weitläufige Flächen, wo der Hund laufen kann. Und Lisa Hoffmann (SPD) war der Ansicht, der Stadtparkgraben sei zu schade für eine Hundespielwiese. Ihre Fraktionskollegin Anita Kern erinnerte an die generelle Anleinpflicht für Hunde. Worauf der Oberbürgermeister Franz Stumpf auf die Schwierigkeit hinwies, bei Verstößen die Personalien der Hundehalter festzustellen. "Dann sind also alle Vorschriften für die Katz", resig nierte Kern.
Ob man Fast-Food-Ketten ins Boot holen könnte, wie viele Hundebeutelspender wo aufgestellt werden sollten und warum das Papierkorb-Modell "Otto Piccolino" für 300 Euro pro Stück nicht so leicht mit Fußtritten zu knacken ist wie der "Otto HH 2000" für 120 Euro – all das wurde zur Sprache gebracht. Einig ist man sich, in eine groß angelegte Aktion zum Thema Müll sammeln und vermeiden auch Kindergärten und Schulen einzubinden. (Michael Schulbert

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