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Der Schnaps ist vom Tisch

01.04.2009 - FT

Alkoholmissbrauch - Seit das Thema in Fachgesprächen diskutiert wurde, ist die Meinung in allen Stadtratsfraktionen eindeutig: Schnapsbuden auf dem Annafest will keiner.

(Ekkehard Roepert, Forchheim) Der Runde Tisch zum Alkoholmissbrauch hat offenbar einen Ruck ausgelöst. "Ich bin zufrieden, dass diskutiert wurde und ich bin auch mit den Empfehlungen zufrieden", sagt Kreisjugendpflegerin Ursula Albuschkat. Auch Polizeichef Klaus Linsner hat registriert, "dass alle mitziehen". Es bleibe die Frage, sagen Albuschkat und Linsner, ob sich auch die Ratsmehrheit hinter die Empfehlungen des Runden Tisches stellt.
Aber auch diese Frage ist beantwortet: Denn SPD, Freie Wähler und Grüne haben sich schon lange gegen die Schnapsbuden auf dem Annafest gewehrt. Und wie CSU-Rat Thomas Werner dem FT gestern sagte, herrsche nach intensiver Diskussion auch in seiner Partei Einigkeit: "Wir wollen ein Zeichen setzen und keine branntweinhaltigen Getränke mehr auf den Wegen des Annafestes verkaufen". Die Frauenunion liege auf dieser Linie, die Junge Union und auch die CSU: "Wir ziehen das durch".
Wenn es nach Thomas Werner geht, wäre nicht mal mehr ein Stadtratsbeschluss nötig. Die Fraktionsvorsitzenden könnten dem Oberbürgermeister den Konsens ihrer Fraktionen übermitteln und dann hätte die Verwaltung freie Hand.
Zu den "positiven Effekten" der Diskussion am Runden Tisch gehört für Klaus Linsner nicht nur der Entschluss, die Alkoholwerbung auf dem Annafest zu reduzieren; auch würden die Bußgelder bei Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz künftig spürbarer werden – "andere Landratsämter langen da härter hin". Erfreulich sei außerdem, sagt der Polizeichef, dass alkoholfreie Zonen auf Spielplätzen und in Parkanlagen geplant sind. Und dass insgesamt der Tenor herrsche: Die Erwachsenen-Welt blickt sensibler auf das Thema Alkohol und geht mit gutem Vorbild voran.
Für Kreisjugendpflegerin Ursula Albuschkat ist das der entscheidende Punkt: "Alle müssen sich verantwortlich fühlen." Niemand dürfe, wenn Missstände zu beklagen sind, auf Institutionen wie den Kreisjugendring oder die Polizei zeigen und sagen: "Die sollen es richten." Scheinbare Kleinigkeiten hätten eminente Wirkung sagt Albuschkat und nennt beispielsweise die 14-Tage-Frist bei der Beantragung einer Gaststättenerlaubnis. Bisher, das bestätigt auch Klaus Linsner, wurde die Erlaubnis für Feiern oft ein oder zwei Tage vorher vergeben. "Dann kann man Auflagen umgehen", sagt Albuschkat.
Würden die Fristen aber eingehalten und im Vorfeld "Kooperationsgespräche mit der Polizei geführt", so Linsners Erfahrung, "dann läuft es fast immer reibungslos".

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