Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles

________________________

10.08.2010

Gemeinsame Presseerklärung der FW, SPD und FGL zum Extremismus

Mehr...


_______________________

10.06.2010

Besuch in der Yunus Emre Moschee

Mehr...

Seiteninhalt

"Kaltes Grausen" um Altes Krankenhaus

18.11.2008 - FT

Kontroverse - FDP, Grüne und Freie Wähler befürchten nicht nur eine verkorkste Planung auf dem alten Krankenhausgelände. Vor der Sondersitzung am Donnerstag wird wieder Kritik an der Informationspolitik des OB laut.

Ekkehard Roepert und Torsten Geiling Forchheim Was passiert mit dem alten Krankenhausgelände? Eine Sondersitzung des Stadtrates möchte diese Frage am Donnerstag klären. "Aber eigentlich", meint Manfred Hümmer (Fraktionsvorsitzender der FW) könne die Sitzung nur dazu dienen, "die Unklarheit des Problems zu erkennen".
Zwar stehen mit der Joseph-Stiftung Bamberg und P&P Wohnbau Franken GmbH aus Fürth zwei Investoren bereit, die das Gelände mit einer Wohnbebauung überziehen würden; doch gegen dieses Vorhaben regt sich Widerstand.
Da OB Franz Stumpf erst am Wochenende ein "nachgebessertes Modell" von P&P vorgestellt hatte, wollen sich die Freien Wähler erst am Mittwoch entscheiden, wie sie darauf reagieren. Für Manfred Hümmer steht fest, dass eine reine Wohnbebauung ausscheide. Da würde "das von allen als Filetstück bezeichnete Areal verkauft" und die Stadt habe keinen Einfluss mehr. Hümmer möchte "mehr öffentlichen Raum" rund ums Krankenhaus schaffen. Tagungsräume, Teile der Verwaltung und ein Bürgerbüro könnten im alten Krankenhaus untergebracht werden.
Über die alles entscheidende Frage habe noch niemand nachgedacht, wundert sich Manfred Hümmer: "Gibt es überhaupt Bedarf an so viel Wohnungen? Eine empirische Untersuchung über den Bedarf fehlt bisher." "Bitte kein Architektenwettbewerb, das bringt nichts." Dr. Günther Hammer, SPD Die FGL wird am Donnerstag mit einer "absolut klaren Vorstellung" in die Sondersitzung gehen, betont Wolfgang Schreyer: Ohne Architektenwettbewerb und ohne eine Bürgerbefragung dürfe das "Herzstück der Stadt" nicht verplant werden. Keinesfalls könne der Prozess jetzt abgeschlossen werden, warnt Schreyer. Das überarbeitete P&P-Modell sei für die "Abnickfraktionen". Doch die Wohnbebauung der Fürther Planer widerspricht der FGL-Vison von einer "weitgehend öffentlichen Nutzung" des Krankenhausgeländes. Vereine, die städtische Musikschule oder die Bibliothek könnten dort Platz finden, nennt Schreyer nur einige Beispiele. Seine Forderung verbindet der FGL-Rat mit massiver Kritik an der Informationspolitik des Oberbürgermeisters. Franz Stumpf informiere zu allererst seinen "Lieblingsfraktionsvorsitzenden Otzelberger" von der SPD.
Auch von Seiten der FDP wird sich Franz Stumpf am Donnerstag einiges anhören müssen: "Bei diesem Demokratieverständnis kann einem nur noch das kalte Grausen kommen," attackiert Sebastian Platzek "die Vorgehensweise der Stadtspitze". Man habe seit Monaten nichts gehört. Dann habe OB Stumpf in der jüngsten nichtöffentlichen Ratssitzung eine Sitzungsvorlage herumgehen lassen, auf der sechs Investoren standen. Die Verwaltung habe von sich aus vier Investoren aussortiert, wundert er sich. Das zeige, wes Geistes Kind die Stadtspitze sei: Sie wähle aus, "der Stadtrat soll's abnicken."
FDP-Stadtrat Albrecht Waasner wehrt sich im Tenor der FW und der Grünen gegen eine fast ausschließliche Wohnbebauung: "Mit einer derartigen Nutzung könne man weder mehr Frequenz in die Innenstadt bringen noch eine bessere Auslastung des Parkhauses erreichen. "So mit einem Filetstück in der Altstadt umzugehen, zeugt von Geschichtsvergessenheit und fehlendem Interesse, die Stadt voranzubringen." Sebastian Platzek spricht sogar von einer "Verschandelung auf Jahrzehnte hinaus", sollte sich einer der Investoren durchsetzen. Dann sehe es im Stadtzentrum aus "wie sozialer Wohnungsbau in den 90er Jahren".
OB Stumpf versteht Aufregung nicht Günther Hammer (SPD) klagt zwar die "Desinformationspolitik" des Oberbürgermeisters an und ist "traurig", dass drei Jahre ungenutzt ins Land gingen. Gleichzeitig hält er nichts davon, das Projekt "Altes Krankenhaus" noch länger hinauszuzögern. "Bitte kein Architektenwettbewerb, das bringt nichts." Die SPD favorisiere die Wohnbebauung, wie sie von P&P vorgeschlagen werde. Allerdings müsse an Details noch gearbeitet werden. Kleine Geschäfte im Krankenhausgebäude seien denkbar, aber kein Supermarkt. Touristische Attraktionen wie Wasserschloss und Stadtmauer müssten klar "sichtbar sein und frei zugänglich". Der Freie Bürgerblock Forchheim (FBF) möchte im neuen Stadtzentrum ebenfalls etwas anderes sehen als eine Wohnlandschaft. Einen Durchgang durch die Stadtmauer fordert der FBF, eine Ansiedlung von Geschäften, möglicherweise ein Sportzentrum. "Der Bau muss so schnell wie möglich über die Bühne gehen", sagt Heinz Endres und spricht damit Udo Schönfelder aus dem Herzen.
"Das Schiff muss endlich ablegen", betont der CSU-Fraktionsvorsitzende, kleinere Kurskorrekturen seien dann immer noch möglich. "Das Gebäude und das Umfeld werden schließlich nicht besser." Zumal man drei Jahre versucht habe, Investoren für ein Hotel oder ein Handelszentrum zu finden. "Uns hätte das gefallen", schließlich verfolge die CSU zwei Hauptziele: die Berücksichtigung des historischen Umfeldes und gleichzeitig eine Belebung der Innenstadt. "Beides ist mit den Vorschlägen möglich, wir sollten das Projekt nur endlich anfangen."
OB Franz Stumpf kann die ganze Aufregung nicht verstehen. "Die Fraktionen haben doch den Antrag auf eine Sondersitzung gestellt, damit entschieden werden kann." Nichts anderes wolle er am Donnerstag tun.

Zurück zur Übersicht