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Freie Wähler trumpfen auf

29.09.2008 - FT

Sensation - Der Direktkandidat der Freien Wähler, Thorsten Glauber, übertrifft mit seinem persönlichen Wahlerfolg von 23.38 Prozent sogar das hohe Landesergebnis um das Doppelte.

(Andreas Oswald, Forchheim) "Du bist der Sieger!" jubelt Landrat Reinhardt Glauber gegen 20 Uhr in der Wahlzentrale im Landratsamt als sein Sohn Thorsten sein grandioses Ergebnis noch gar nicht so richtig wahrhaben will:Sensationelle 23,38 Prozent fährt er im Landkreis Forchheim ein und übertrifft damit sogar das unerwartet hohe Landesergebnis von rund 10 Prozent,mit dem die Freien Wähler gegenüber 2003 (4,3 Prozent) ihre Stimmen mehr als verdoppelt haben.
Im Bürgerbüro der Freien wähler ist man um 18 Uhr noch verhalten optimistisch. "Die Prognosen sehen nicht schlecht aus", meint Fraktionsführer Manfred Hümmer und betont, dass sich seine Erwartungen mehr als erfüllt hätten. "Ich persönlich hab' uns bei acht Prozent gesehen", gibt er zu. Da wusste er noch nichts vom Abschneiden des Direktkandidaten für den Landtag.Aber für Hümmer ist klar: "Die Erfolge auf der kommunalen Ebene werden sich auf der Landesebene fortsetzen". Die Freien Wähler seien in Bayern die Erfolgsnummer. Als sich die Prognosen verfestigen, und sich neben dem Erdrutsch der CSU ein verdoppelter Stimmenberg der Freien Wähler erhebt meint Hümmer selbstzufrieden: "Wir haben dieses Ergebnis verdient – die CSU ihres auch!"
Als die frohe Runde im Bürgerbüro lacht bremst Hümmer den Übermut: "Leute, keine Häme!" Ich empfinde keine Schadenfreude, erklärt der FW-Fraktionsführer.Es habe bei den Christsozialen eine ganze Reihe von Fehlentscheidungen gegeben: Vom Transrapid, über das mit heißer Nadel gestrickte G8 bis zum Schlingerkurs mit der Pendlerpauschale. Mit einem Fall der absoluten Mehrheit gebe es mehr demokratischen Pluralismus.
Sektlaune im Landratsamt "Hellauf begeistert"zeigt sich Thorsten Glauber, als die Prognosen auf 10,5 Prozent stehen. "Wir sind damit im Landtag". Ob er selber auch mit dabei ist,darüber will er zu diesem Zeitpunkt noch nicht spekulieren. Während der Papa schon eine Flasche Sekt "köpft" und seinem Sohn verkündet : "Egal wies's ausgeht, Du bist der Sieger" sitzt eine Tür weiter Eduard Nöth (CSU) beim Interview mit Radio Bamberg und gibt unverblümt zu: "Die Freien Wähler haben stark gepunktet". Im Gespräch mit dem FT zeigt sich Thorsten Glauber selber überrascht von dem Ergebnis. Den Grund für den Erfolg sieht er in dem Wahlslogan der Freien Wähler: "Wir nehmen Sie ernst!"
Auch sein eigenes Abschneiden hätte Thorsten Glauber nicht für möglich gehalten.Das höchste der Gefühle wären 15 Prozent gewesen, gesteht er, nachdem sein Vorgänger Deuerlein als Landesvorsitzender auf 13 Prozent gekommen war.Mit 23,38 Prozent aber hat er alle Erwartungen übertroffen und seinen Einzug in den Landtag wahrscheinlich gemacht. Gewisse familiäre Zusammenhänge verhehlen die Glaubers dabei nicht. Vater Reinhardt über seinen Sohn: "Er ist ein guter Fußballer – und wenn ich ihm die Steilvorlage liefere und er das Tor schießt, dann freut mich das!"

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