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FW-Stadträte definieren sich neu
05.12.2007 - FT
Initiative Heinz Endres, Manfred Mauser, Hans-Jürgen Reinwand und Geo Kohlmann spalten sich von den Freien Wählern ab und ziehen als Freier Bürgerblock Forchheim in den Kommunalwahlkampf 2008.
(Ekkehard Roepert, Forchheim) Die Spaltung der Freien Wähler Forchheims ist seit gestern perfekt. Die vier FW-Stadträte Heinz Endres, Manfred Mauser, Hans-Jürgen Reinwand und Geo Kohlmann werden als eigene Wählergemeinschaft in die Kommunalwahl 2008 ziehen. Das Quartett nennt sich Freier Bürgerblock Forchheim. Wie Heinz Endres gestern bei einem Pressegespräch erklärte, „werden wir die bisherigen Zielsetzungen auch weiterhin verfolgen“. Noch in diesem Jahr wollen Endres, Mauser, Reinwand und Kohlmann die Freien Wähler verlassen. Begründet haben Endres und seine Kollegen ihre neue Selbstständigkeit mit einem seit langen schwelenden Konflikt innerhalb des Ortsverbandes. Immer wieder sei der Vorwurf laut geworden, die FW-Stadtratsfraktion agiere nur „als Anhängsel der CSU“. Spätestens seit die vier Stadträte dem FW-Oberbürgermeister-Kandidaten Manfred Hümmer die Gefolgschaft verweigerten und den CSU-Kandidaten Franz Stumpf unterstützten, sei die Stimmung der Bevormundung und des Misstrauens immer unerträglicher geworden.
Dass Hümmer irritiert reagierte, weil Endres, Kohlmann, Reinwand und Mauser den CSU-Oberbürgermeister-Kandidaten Stumpf unterstützten, dafür habe er Verständnis, sagte Heinz Endres. Aber das hätten die Vier von Anfang an klar gemacht.
Schlimm war laut Heinz Endres vor allem, dass zuletzt „nicht mehr offen miteinander geredet wurde“. Das ging so weit, dass hinter seinem Rücken bereits ein Ausschlussverfahren gegen ihn erwogen worden sei, so Endres. Beim jüngsten Wahlvorbereitungstreffen sei der Ortsvorsitzende Manfred Hümmer auf ihn zugekommen und habe verkündet, dass zwei Drittel des Vorstandes angeblich „gegen Endres“ sei. Alle vier FW- Stadträte seien letztlich mit einem Ausschlussverfahren bedroht worden.
215 Unterschriften gesucht In den letzten Monaten überwogen bei den FW demnach Gerüchte und Intrigen. Diese Vorwürfe erheben beide Seiten.
Ihre Trennung von den Freien Wählern werde in der Bevölkerung „fast nur positiv aufgenommen“, versichert Manfred Mauser. Dass der Freie Bürgerblock Forchheim die nötigen 215 Unterschriften auf den Unterstützerlisten zusammenkriegen wird, daran zweifelt das Quartett nicht. Sogar Geo Kohlmann, der für die Freien Wähler seine Stadtratskarriere beenden wollte, will nun in die aktive Politik zurück.
Kohlmann betonte gestern noch einmal, dass die FW-Fraktion zwar häufig mit den großen Parteien gestimmt hätte, „wenn es ums Wohl der Bürger ging“. Aber Anhängsel der CSU sei man nie gewesen.
FW-Ortsvorsitzender und OB-Kandidat Manfred Hümmer reagierte gelassen auf die Tatsache, dass nun zwei Wählergruppen mit denselben Zielen in den Forchheimer Wahlkampf gehen. Die bessere Logistik hätten die FW, sagte Hümmer und nimmt für seine Gruppierung in Anspruch, „Marktführer der Unabhängigen zu bleiben“. „Wesentliche Ideen wie die Zusammenlegung der beiden Bäder oder die Neugestaltung des Bauhofes waren Freie-Wähler-Initiativen.“ Heinz Endres Sicher würden sich noch einige FW-Mitglieder dem neuen Bürgerblock anschließen, aber auch Hümmer verzeichnet jetzt „neue und ehemalige Mitglieder“ in seiner Gruppierung. Die wesentlichen FW-Ideen der letzten Jahre seien nicht aus den Reihen der FW-Stadträte gekommen, sondern von der Basis, sagt Hümmer. Er wirft dem abtrünnigen Quartett vor, die Basis der Freien Wähler „immer wieder im Stich gelassen“ und eigenwillig Politik gemacht zu haben.
Nur in einem Punkt sind sich die beiden streitenden Parteien innerhalb der Freien Wähler einig: Hinter den Querelen verberge sich ein Generationenkonflikt – und mit der Abspaltung sei der Generationenwechsel vollzogen.
