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Fachkräftemangel bedroht Wirtschaft

27.01.2015 - Die neuesten Wirtschaftsdaten und demografische Fakten zum Landkreis Forchheim beleuchtete Werbeprofi Robert Wiegärtner, seit 1992 Mitglied der IHK Oberfranken und selbstständiger Unternehmer, auf der jüngsten Mitgliederversammlung der Freien Wähler der Stadt Forchheim e.V. (FW) in dem von der IHK Bayreuth ausgearbeiteten  Referat „Der Landkreis Forchheim aus Sicht der IHK“. Dabei betonte der Experte, dass sich durch die demografische Entwicklung dieses Wirtschaftsraumes für die Zukunft ein eklatanter Fachkräftemangel abzeichnet.

Wiegärtner, der 1992 in seiner Heimatstadt Forchheim seine eigene Werbeagentur gründete, war mit seinem Vortrag zur Entwicklung des ländlichen Raums um Forchheim schon auf der Bürgermeisterklausurtagung Ende letzten Jahres auf großes Interesse gestoßen.

So erfuhren die Mitglieder der Freien Wähler nun, dass Oberfranken die zweithöchste Industriedichte der Welt aufweise. 80 der 500 gelisteten marktführenden Unternehmen stammten aus Oberfranken, so Wiegärtner. Die IHK Oberfranken ist hier mit 57 400 Mitgliedsbetrieben (66 Prozent) und rund 304 000 Beschäftigten Marktführer.

Dem Landkreis Forchheim komme zugute, dass hier keine Monokultur der Firmen herrsche, sondern breit gestreute Branchen diesen Wirtschaftsraum prägten. Dies zeige sich unter anderem an den sehr guten Zahlen bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, so meldete der Landkreis 2012 26.320 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Klarer Standortvorteil der Region sei nach Ansicht der IHK die stark mittelständisch geprägte Struktur. Dazu herrsche im Landkreis Forchheim mit einer Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent „schon fast Vollbeschäftigung“, freute sich der Werbeexperte.

Die zweite Seite der Medaille sei aber, prognostizierte Wiegärtner, dass sich durch den Rückgang der Bevölkerungszahlen in Oberfranken für die Zukunft ein eklatanter Fachkräftemangel abzeichne: “Wenn wir keine Zuzüge hätten, hätten wir jetzt schon riesige Fachkräfteprobleme!“ Aktuell fehlten 17.000 Fachkräfte, bis 2021 sagte er eine Unterdeckung von gut 29 000 Fachkräften (bis 2029 auf 57.000) voraus. Auch die Herabsetzung des Renteneintritts von 67 auf 63 Jahre habe verheerende Auswirkungen auf den Fachkräftebedarf in Oberfranken. Diese Leute fehlten in allen Berufsbereichen „vom Helfer bis zum Unternehmensnachfolger“.

Es dürfe darum in der momentanen Diskussion um die Einwanderung von Menschen aus anderen Ländern nicht vergessen werden, dass „diese Leute in unsere Sozialkassen als arbeitende Kräfte dazukommen werden. Die Intelligenz der anderen Länder, z.B. aus Griechenland und Spanien, wandert zu uns!“

Auch im Bereich der Ausbildung werde der Landkreis und die IHK von „der Demografie eingeholt“ - die Zahl der Auszubildenden sinke stark, betonte Wiegärtner. Dabei liegen die oberfränkischen Azubis in ihrer Leistung deutlich über dem bayerischen Durschnitt: Im Jahr 2013 kamen sechs der besten Lehrlinge Bayerns aus Oberfranken.

Der Landkreis Forchheim habe im Vergleich noch nicht so stark sinkende Bevölkerungszahlen wie andere Kreise, so der IHK-Fachmann weiter, Zuzüge aus anderen Bundesländern und der EU relativierten die Zahlen. Doch gebe es starke lokale Unterschiede, und das sei für die Politik bedeutend: Gerade im Bereich der Infrastrukturpolitik müsse auf die Bedingungen für die Industrieansiedlung geachtet werden. Wichtig sei die Verkehrsanbindung, z.B. eine Süd-Ost-Umgehung und die Internetanbindung der Orte. „Diese Gemeinden werden sonst sterben!“, mahnte er. Auch für die Ansiedlung von Fachkräften sei die Attraktivität einer Kommune entscheidend.

Die IHK Oberfranken hat für die Mobilisierung von Fachkräften einen 10-Punkte-Plan entwickelt. Unter anderem setzt sie auf die zusätzliche Einstellung Auszubildender (2012: 4.862), die Senkung der Abrecherquote, auf berufsbegleitende Weiterbildung, die Etablierung der Zuwanderung und Verbesserung der Integration und die Aktivierung und Förderung neuer Zielgruppen wie Abiturienten, ältere und weibliche Arbeitnehmer.

Im Anschluss wurde auf der Mitgliederversammlung der FW intensiv über die vorgetragenen Zahlen diskutiert.

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